Auf der Insel, auf der einst die Göttin zur Ruhe kommen wollte, formte sich ein neues Volk.
Das Volk der Ryuôni.
Sie lebten in Frieden und gedachten ihrer gestürtzen Göttin. Mit der Zeit wurden sie auch
den Geschenken wahr, die sie ihnen gemacht hatte.
So war der Boden besonders Fruchtbar geworden und es gab Essen im Überfluss.
In den Meeren und Seen gab es nun Fisch und andere wundersame Wesen, die zum einen
sehr hübsch anzusehen waren, und zum anderen die Nahrung ergänzten.
In den Bergen erhoben sich die Vögel und im Stein verboren, lagen wunderbare
Schätze, die nur darauf warteten entdeckt zu werden.
Sie selbst hatten sich seit beginn der Schöpfung ebenfalls verändert.
So wuchsen ihnen auf den Köpfen nun Hörner, wie sie einst die Göttin selbst getragen hatte.
Auch waren ihnen Schweife gewachsen, so wie die Göttin einen hatte.
Sie selbst waren nun fast wie ihre geliebte Göttin und so benannten sie
ihr Volk zu den Ehren der Göttin Kinder der Ryuôni oder auch Kinder der Drachen Dämonin.
Es verging noch ein wenig Zeit unter den Sterblichen, ehe sie die Gabe der Magie entdeckten,
die ihre Göttin ihnen hinterlassen hatte und es verging noch mehr Zeit, ehe sie
verstanden, diese sinnvoll zu nutzen.
All jene die sich an den Flüssen und Seen ansiedelten, entwickelten Magie, die sie schneller
schwimmen ließ und das Wasser gefolgsam machen und nach ihrem Willen formen.
Die, die es in die Berge zog um dort nach Erzen und Edelsteinen zu suchen, meisterten die Magie
des Windes. Ihnen wuchsen Flügel und mit Hilfe der Magie konnten sie nun Reisen,
wann und wohin sie auch wollten.
Und dann gab es noch all jene, die auf den fruchtbaren Ebenen Felder anlegten und
neues Obst und Gemüse züchteten. Sie meisterten die Magie der Erde mit denen
es ihnen einfacher war, die Felder zu bestellen.
Ihrem Wirken war nur eine Grenze gesetzt und das waren ihre Kräfte.
So wie man Müde wird, wenn man schwer arbeitet, so enden auch die magischen Kräfte recht bald,
wenn man sie zu viel verwendet.
Jedoch blickte noch immer der Älteste der Götterkinder voller Sorge auf die Schöpfung,
die sich in seinen Augen nun wie kleine Götter verhielten.
Die Sterblichen waren sich den Gefahren und der Verantwortung der Magie nicht bewußt.
So stieg er erneut herab auf die Schöpfung und verwandelte sich in ihresgleichen.
So verkleidet trat er an eine Gruppe junger Goldgräber im Tal heran und spie seinen Feueratem auf sie.
Die Sterblichen erschracken gar fürchterlich und kauerten sich auf den Boden.
Es dauerte eine Weile, ehe sie erkannten, dass ihnen kein Leid wiederfahren war und sie blickten
verwundert zu dem Fremden auf.
"Fürchtet euch nicht!" sprach dieser "Ich habe euch die Magie des Feuers gebracht.
Nun könnt ihr die Erze schmelzen und Feuer entfachen, wann immer ihr wollt"
Die Sterblichen ahmten den Fremden nach formten nun das Feuer nach ihrem Willen.
Für eine Weile erschien der Fremde immer mal wieder unter den Sterblichen.
Und mit sich brachte er Heilung, Eis, Licht, Schatten und Stein,
ehe er verschwand.
Bald war er in aller Munde und ein jeder wunderte sich, wer er wohl war
und was er wohl damit bezweckte. Aber man war nicht undankbar.
Mit den nun neuen Gaben erstellten die Ryuôni allerlei Güter und sie erfanden das Geld
um ihre Waren zu tauschen. Und dort wo die größten Städte entstanden, stiegen die reichsten unter
ihnen zu Königen auf. Und als sich dieses Modell bewährte schlossen sich ganze Regionen zusammen.
Es entstanden 3 Völker. Die Meeres Ryuôni, die Berg Ryuôni und die Tal Ryuôni.
Mit Hilfe der Magie, formten die Ryuôni Waffen und Rüstungen mit denen sie auf
Abenteuer gingen und neue Gebiete außerhalb erkundeten.
Bis eines Tages ein Ryuôni einen anderen im Streit erschlug mit eben einer solchen Waffe.
Der Ruf danach, Waffen zu verbieten wurde laut und das Volk teilte sich in 2 Meinungen.
Die einen verteidigten die Waffen und ihren nutzen - die anderen empfanden sie als zu gefährlich.
Ein Krieg unter den Tal Bewohnern brach aus und der Boden war vom Blut der sterblichen getränkt.
In diesem Zeitalter trat der verkleidete Göttersohn wieder auf.
In einer Gruppe junger Männer und Frauen, die grade ihre gefallenen Kamaraden beerdigen wollten,
erschien er und versprach ihnen eine besonders nützliche Gabe.
Ein funkeln trat in seine Augen, als er die Hand ausstreckte und der leblose Körper des Mannes,
der vor ihm lag sich erhob.
"Anstelle euer Freunde zu opfern-" sprach der Fremde "Lasst eure Gegner doch gegen die kämpfen, die
nicht mehr sterben können!"
Die kleine Gruppe meisterte die Magie der Nekromantie und folgte der Idee
des Fremden. Allerdings strebten sie nun selbst nach etwas völlig anderem.
Sie wollten alle Völker unter sich einen und sich selbst zu Königen erheben.
Angesichts dieser neuen Bedrohung schlossen sich die Völker zusammen und verbannten die
Nekromanten auf die verbotene Insel.
Alle Völker waren sich einig, dass diese Magie niemals wieder eingesetzt werden darf
und sie alle schworen, alles daran zu setzen, dass sich diese
Ereignisse niemals wiederholen würden.
Das Volk der Talbewohner jedoch konnte sich auch nach dem Krieg gegen die Nekromanten nicht einigen.
So teilten sie sich auf und gingen fortan getrennte Wege.